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Hufrehe beim Pferd

Hufrehe beim Pferd

Als Hufrehe wird eine Entzündung der Huflederhaut bezeichnet. Die Huflederhaut verbindet das Hufbein mit der Hornkapsel. Mit der Entzündung geht eine Schwellung der Huflederhaut einher, daraus resultiert eine mangelhafte Blutzirkulation sowie Schmerzhaftigkeit und Druck auf umliegendes Gewebe. Durch die mangelhafte Durchblutung kann es zu einer Lockerung der Hornkapsel kommen, wodurch es in der Folge zur Rotation und Absenkung des Hufbeines kommen kann. Besonders leichtfuttrige Rassen und Ponys sind gefährdet an einer Hufrehe zu erkranken.

Bei der Hufrehe unterscheidet man zwischen zwei Formen, der akuten und der chronischen Hufrehe.

Symptome der akuten Hufrehe:

  • Entlastung der Gliedmaßen, häufiger sind die Vorderhufe betroffen
  • Lahmheit, vor allem auf hartem Boden und in enger Wendung
  • Pulsation der Zehenarterie
  • Wärme der Hufe
  • Schmerzhafte Hufzangenprobe

Symptome der chronischen Hufrehe:

  • Kalte Hufe, da die Durchblutung der Hufe abnehmend ist
  • Verbreiterung der weißen Linie an der Sohle
  • Hufreheringe am Horn oder eine konkave Hornwand
  • Mangelhafte Hornqualität

Behandlung:

Die Behandlung der Hufrehe erfolgt durch den Tierarzt, dieser versucht die Entzündung durch Entzündungshemmer, Schmerzmittel und gefäßerweiternde Medikamente in den Griff zu bekommen. Zusätzlich werden kühlende Kompressen und Hufreheverbände angewendet.

Im späteren Verlauf können Rehebeschläge oder Hufschuhe zu einer Verbesserung beitragen. Hufschmied und Tierarzt erarbeiten gemeinsam einen für das Pferd angepassten Plan zur Gesunderhaltung der Hufe.

Ursachen:

Die Ursachen für eine Hufrehe können vielfältig sein. Bei vielen Pferden ist die Hufrehe stoffwechselbedingt entstanden, da PPID und EMS gehäuft mit einer Hufrehe einhergehen.

Eine weitere wichtige Ursache stellt die zu hohe protein- und kohlenhydratreiche Futteraufnahme der Pferde dar oder die durch die Aufnahme von Toxinen ausgelöste Hufrehe. Aber auch eine mechanische Überbelastung einer Gliedmaße kann zu einer Hufrehe führen.

Vorbeugung der Hufrehe:

Pferde sollten eine an das Arbeitspensum angepasste Fütterung erhalten und die Weidehaltung sollte ebenfalls abgestimmt werden. Viele Koppeln sind zu gehaltreich für unsere Pferde und müssen dementsprechend eingeteilt werden, sodass die Pferde nicht unbegrenzt Gras fressen können. Pferde die auffällig sind für Stoffwechselerkrankungen sollten getestet werden um diese rechtzeitig behandeln zu können, sodass erst keine Hufrehe entsteht. Die Hufe sollten regelmäßig durch einen Schmied bearbeitet werden.

Mittels radiologischen Aufnahmen kann die Diagnose der Hufrehe gefestigt und das Ausmaß der Hufrehe bestimmt werden. Eine Rotation ist anhand der Abweichung der Parallelität von Hufbein zu Hufwand ersichtlich.

Die Heilungschancen einer Hufrehe hängen vom Ausmaß der Schädigung des Hufbeinaufhängeapparates ab. Pferde die eine Hufrehe hatten, bleiben weiterhin anfällig für einen weiteren Reheschub. Die Rezidivrate ist durch die begünstigenden Faktoren besonders hoch.